Euro Finance Week 2009 in Frankfurt

Vorsichtiger Optimismus oder realpolitische Ernüchterung?

Die Euro Finance Week 2009, die vom 16. bis 20. November in Frankfurt stattfand,
war auch dieses Jahr ein Publikumsmagnet und versammelte das „who is who“ der deutschen Finanzindustrie.

Die Hauptkonferenz, die traditionell stark die politische Ebene beleuchtet, widmete sich in den Vorträgen dem Thema Finanzstandort Deutschland – Lehren und Konsequenzen aus der Finanzkrise. Roland Koch unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Tatsache, dass das verfestigte Misstrauen der Verbraucher gegenüber der Finanzindustrie eine neuerliche Rettung derselben für die Politik sehr schwierig machen würde, sollten die Institute in eine „Weiter so“-Mentalität verfallen.

Die G&H Bankensoftware AG war als Hauptsponsor der Retail Banking Konferenz und als Aussteller vertreten. Als Vortragenden gewannen wir den Wirtschaftsweisen und Präsidenten des Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung Prof. Dr. Christoph Schmidt. Er gewährte erhellende Einblicke in das erst kürzlich der Regierung überreichte Jahresgutachten und die Prognosen der Wirtschaftsweisen und stellte in unmissverständlichen Worten klar, dass die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft in Deutschland derzeit noch unerwartet gering seien:

"Viele Beobachter scheinen das Ende des freien Falls der Wirtschaftsleistung im Sommer dieses Jahres bereits als gefestigten Aufschwung zu begreifen. Eine ausgemachte Sache ist das aber keineswegs. Im Gegenteil, die Risiken sind erheblich und die Anforderungen an die Privaten und die Wirtschaftspolitik somit gewaltig. Vor allem steht die Politik vor der Aufgabe, den aufkeimenden Aufschwung im kommenden Jahr weiterhin zu stützen, aber gleichzeitig den unabdingbaren Ausstieg aus den massiven Stützungsmaßnahmen an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft zu planen. Dieser Ausstieg ist unverzichtbar, wenn nach der Krise ein kräftiges Wirtschaftswachstum folgen soll.

Im Vordergrund steht dabei die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, was
nahezu eine Herkulesaufgabe darstellt: Gleichzeitig mit Begrenzung des staatlichen Ausgabenwachstums - also drastischen Kürzungen gegenüber dem ansonsten eintretenden Ausgabenpfad - steht die Umschichtung der Mittel zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovationen an. Bisherige Erfahrungen sprechen nicht unbedingt dafür, dass dieser Kraftakt tatsächlich gelingen wird. Sie zeigen aber auch, dass die Chance vorhanden ist, die Zukunft positiv zu gestalten. Sie darf nur nicht verspielt werden."

Geschäftsmodelle der Zukunft

Mit sehr großem Interesse verfolgte das Publikum die darauffolgende Diskussion zum Thema Business Models 2010: Welche Geschäftsmodelle braucht die Bank der Zukunft? Großes Interesse weckte auch Martin Lindstron, Autor von Buyology – Truth and Lies About Why We Buy mit seinem Vortrag. In diesem zeigte er den Widerspruch in der Kundenkommunikation von Banken und Finanzdienstleistern, emotionale Produkte mit rationalen Mitteln verkaufen zu wollen. Anhand von Beispielen erklärte er die neuesten Erkenntnisse aus der Gehirnforschung und wie man diese nutzen kann, um gezielt mit Emotionen Kunden zu gewinnen – gerade auch im Vertrieb von Finanzprodukten und beim Branding eines Instituts.

Die vor Ort anwesenden Mitarbeiter der G&H Bankensoftware AG konnten einige unserer Kunden auf dem Ausstellungsstand begrüßen und neue Kontakte knüpfen.
Wir planen bereits für die Euro Finance Week 2010 und freuen uns, wenn wir Sie im November 2010 auf der 13. Frankfurt Euro Finance Week begrüßen dürfen.